Dritte im Duell gegen Vierte zwar siegreich, aber ...
Was war das denn, wird sich der ein oder andere Zuschauer nach dem Derby gegen die Vierte gefragt haben. Und es gab einige Interpretationen: ein „Schuss vor den Bug“, ein „Fingerzeig zur rechten Zeit“ ein abgezockter Sieg nach dem Motto „ein gutes Pferd…“ oder einfach eine schwache Vorstellung des Tabellenführers gegen ein Team, das das nicht ausnutzen konnte.
Die Spannung vor und die Erwartungen an das Match waren gewaltig, vielleicht auch aufgrund der teilweise ins Unseriöse abgleitenden Berichterstattung im Vorfeld, wo von offenen Rechnungen und ähnlichem zu lesen war sowie dem extremen Pushen auf Insta! Die Zuschauer strömten jedenfalls in Scharen in den pickepackevollen Volleydome, in Erwartung einer hochklassigen Auseinandersetzung der beiden Lintorfer Landesligisten. Zumindest kämpferisch, so war man sich sicher, würden beide Teams auf höchstem Niveau agieren, das hier war schließlich ein Derby!
Das Spiel selber sollte die Fan’s dann aber ganz schnell eines Besseren belehren. Schon die ersten Punkte zeigten dem Zuschauer deutlich auf, was den „Fantastischen“ grundsätzlich fehlte und sich bis zum Ende auch nicht mehr finden sollte: Konzentration, Dynamik, Durchsetzungskraft. Während sich Annahme und Zuspiel auf einem Niveau bewegten, das eines Tabellenführers würdig ist, musste man sich aufgrund der Aufschlags- und Angriffsschwäche wiederholt die Augen reiben. Teilweise wurde innerhalb einer Rotation viermal der erste Aufschlag vergeben, teilweise schafften Spieler das Kunststück, im Satz keinen einzigen Aufschlag im gegnerischen Feld unterzubringen. Und wenn es dann doch mal was für den Gegner anzunehmen gab, war das auch problemlos möglich. Auch die Angriffsmaschine lief lange nicht so reibungslos, wie man es schon häufig gesehen hatte. Irgendwie fehlte die letzte Überzeugung in den Aktionen, so dass es die nicht gerade als Abwehrkatzen auffällig gewordenen Spieler der Vierten es immer wieder schafften, den Ball im Spiel zu halten. Häufig wurden drei oder vier Versuche benötigt, um den Punkt zu machen, kein Kennzeichen einer soliden Angriffsleistung! So plätscherte das von vielen Fehlern auf beiden Seiten gekennzeichnete Match dahin, auch das kämpferische kam irgendwie viel zu kurz! Welches von den beiden Teams ungeschlagener Tabellenführer war und welches nicht, war jedenfalls nicht zu erkennen. Trotzdem ging der erste Satz mit 25:21 und der zweite mit 25:19 an die Fantastischen, warum, das weiß keiner so genau. Trotz der Satzgewinne und wegen der Leistung war der Coach auf Betriebstemperatur. Die Satzfetzen „..schlechteste Saisonleistung“, „Alibi-Volleyball“ und „Arroganz“ waren bis auf die Tribüne zu hören.
Trotz einiger Umstellungen ging auch in Satz drei kein richtiger Ruck durch die Mannschaft, mit einer Ausnahme. Toli hatte sich entschieden, etwas gegen seine persönlich magere Aufschlagausbeute in Satz eins und zwei zu tun und auf „Sprung“ umgestellt. Das war eine gute Entscheidung, die Satz drei (25:14) fast zum Selbstläufer für die Dritte machte und dem coolen Bohmter schließlich die Ehrung zum „Ho-Mann of the Match“ einbrachte.
Seine erste persönliche Auszeichnung im Team der Dritten konnte Leon einheimsen. Er war der einzige in den ersten beiden Sätzen, der seine Angriffe mit einem gewissen Willen zum Punkten durchzog und auch in Annahme und Aufschlag sehr solide agierte. Der „Goldene Hammer“ wird bis zum nächsten (und letzten) Spiel in dieser Saison einen Ehrenplatz in seiner Wohnzimmer-Vitrine bekommen.
Ansonsten war dieser Auftritt der Mannschaft keiner, der als große Heldentat in den Geschichtsbüchern der Dritten Eingang findet. Aber wenn das Team die gezeigte Leistung als Motivation nutzt, um für den letzten und endscheidenden Spieltag am 15.03.25 gerüstet zu sein, kann man trotzdem optimistisch dem Spiel gegen Lohne entgegenblicken.