"Dieser Moment … Unglaublich!“
Timmendorfer Strand. Bennet und David Poniewaz ist die Sensation gelungen: Die Zwillinge haben die deutsche Meisterschaft im Beachvolleyball gewonnen.
In einem umkämpften Endspiel bezwangen die beiden 26-Jährigen in Timmendorfer Strand Jonathan Erdmann (Berlin) und Sven Winter (Düsseldorf).
„Ich kann das gar nicht glauben. So unfassbar. Ich bin so stolz“, sagte Bennet Poniewaz direkt nach dem Endspiel und strahlte. Zusammen mit seinem Bruder hatte er das Finale mit 2:1 Sätzen (21:14, 19:21, 15:9) gewonnen. Erst im Tiebreak fiel die Entscheidung. Knallharte Aufschläge von Erdmann, die in der Spitze 104 Stundenkilometer erreichten, nahmen die Osnabrücker sicher an und verwandelten die Ballwechsel in Punkte. Lediglich vier Eigenfehler machten die Beachvolleyballer. „Wenn du im Finale bist, willst du alles geben und gewinnen“, sagte Bennet Poniewaz.
Und das sollte eindrucksvoll gelingen, zum wiederholten Male: Bereits in der Gruppenphase hatten sie Erdmann/Winter mit 2:1 bezwungen. „Dieser Moment... unglaublich! Ist das wirklich wahr?“, schrieben die Zwillinge am Sonntagabend auf ihrer Facebook-Seite im Internet.
Erfolgreichste Beachsaison
Die beiden Brüder gewannen nicht nur den deutschen Meistertitel, sondern auch ein Preisgeld von 10000 Euro. Zusätzlich überraschte die Redaktion der TV-Sendung „ran“ die beiden Football-Fans mit zwei Tickets für ein NFL-Spiel in London.
Mit dem Meistertitel krönten die Brüder ihre bislang erfolgreichste Beachsaison. Auf der Techniker-Beach-Tour, der ranghöchsten deutschen Beachvolleyball-Serie, hatten sie in den vergangenen Monaten bereits vier nationale Turniere gewonnen. Dank ihrer Erfolge wurden Bennet und David Poniewaz als beste Spieler der Techniker-Beach-Tour gekürt.
Beste Spieler, aber kein Nationalteam
Die Poniewaz-Brüder sind trotz des Erfolgs vom Deutschen Volleyballverband (DVV) nicht für die Nationalmannschaft nominiert worden, deren Ziel Olympia 2020 in Tokio ist. Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms hingegen stellen ein Nationalteam. Diese hatten die Poniewaz-Brüder im Halbfinale in 2:1 Sätzen besiegt.
Noch vor der DM hatte Bennet Poniewaz das Thema Nationalteam im Interview mit der NOZ abgehakt: „Das Thema ist für uns durch. Wir machen unser Ding und, ganz ehrlich: Damit fahren wir am besten. Das ganze Hin und Her da oben macht die ganze Planung schwierig. Man weiß nie, woran man ist.“ Sein Bruder David ergänzte: „Ich habe mich da jahrelang drüber aufgeregt. Das hat auch nichts gebracht.“ Ob der Meistertitel daran etwas ändert?
Am Sonntag feierten die Zwillinge mit ihrer Familie aus Bohmte und ihren „Lintorfer Jungs“ erstmal den Titel. „Mit den Jungs sind wir mit Volleyball beim VfL Lintorf angefangen. Die sind seit Jahren in Timmendorf dabei und feuern uns an“, erklärte Bennet Poniewaz nach dem Spiel.
Aulenbrock scheidet gegen Olympiasiegerin aus
Bei den Frauen zeigten derweil die Bad Laererin Christine Aulenbrock und ihre Partnerin Sandra Ferger in der Vorrunde gegen die an Platz fünf gesetzten Cinja Tillmann und Kim Behrens einen starken ersten Satz, unterlagen aber letztlich in 1:2 Sätzen (19:21, 21:13, 15:12). Im Anschluss trafen sie auf die Olympiasiegerin Laura Ludwig und ihre Partnerin Margareta Kozuch, die ihr erstes Spiel überraschend verloren hatten. Aulenbrock/Ferger schafften auf dem Centre-Court keine Überraschung gegen das Nationalteam beim 0:2 (18:21, 11:21). Im Vorfeld hatte Aulenbrock als Ziel das Viertelfinale genannt, doch ihre Gruppe war undankbar.
Claaßen nur kurz enttäuscht
Larissa Claaßen aus Lintorf und Nina Interwies verloren als Underdog gegen das Nationalteam Sandra Ittlinger/Chantal Laboureur (0:2). „Auf dem Centre-Court vor so vielen Zuschauern zu spielen hat richtig Bock gemacht. Gute Abwehrbälle und Punkte werden richtig gefeiert“, sagte Claaßen. Im zweiten Gruppenspiel auf einem Nebenfeld hatte das Duo trotz Kampfgeist und guten Angriffen das Nachsehen gegen das Perspektivteam Leonie Körtzinger/Sarah Schneider (0:2). Die an 15 gesetzten Beachvolleyballerinnen schieden so ebenfalls in der Vorrunde aus. „Im ersten Moment ist man sehr enttäuscht, aber jetzt sind wir zufrieden. Die Saison war richtig gut“, blickt Claaßen zurück.
Foto: Den Pokal feiern die neuen Meister David (links) und Bennet Poniewaz bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand. Foto: Hoch Zwei/Jörn Pollex
Quelle: Wittlager Kreisblatt, 03.09.2019, Link: https://www.noz.de/sport/os-sport/artikel/1864233/beachvolleyball-deutscher-meistertitel-und-football-tickets-fuer-poniewaz-zwillinge