Die Fünfte macht‘s vor
In Zeiten der Pandemie ist Mannschaftssport auf Amateurebene tabu. Jeder engagierte Teamplayer, der seinen Sport in „normalen“ Zeiten mit Enthusiasmus, Freude und Leidenschaft nachgegangen ist, kann mittlerweile ein langes, trauriges Lied davon singen. Nach dem Wegfall ihrer Lieblings-Bewegungsform verfallen einige der Hobby-Sportler in der Regel dann der Idee, wenigstens die Fitness irgendwie zu erhalten. Meistens reift dieser Gedanke parallel zur Zunahme von Gewicht und Kurzatmigkeit.
Da bleibt dem gruppendynamisch vorgeprägten Mannschaftssportler in diesen Zeiten häufig nur das gemeinsame Online-Training vor dem Tablett oder Smartphone.
Dass diese Art der Bewegung im Grunde gar nichts mit der Sportart zu tun hat, der man sich aus purer Freude irgendwann einmal mit Haut Haaren verschrieben hat, wird den meisten dann relativ schnell klar. Mit dieser wachsenden Erkenntnis nimmt in der Regel die Begeisterung für das gemeinsame alleintrainieren ab, die Teilnehmerkurve zeigt mehr und mehr nach unten. Dieses durchaus übliche Verhalten ist auch in der Volleyball-Abteilung des VfL nicht ganz von der Hand zu weisen.
Dass es auch anders und gegen den Trend geht, zeigt in absolut erstaunlicher Konsequenz unsere fünfte Herrenmannschaft. Unter der einfühlsamen und gleichzeitig energischen Leitung von Trainerin Laura Fischer treffen sich die im Schnitt 15 Jahre alten Jungs stringent zweimal in der Woche zum einstündigen Work-Out, das regelmäßig bis nahe an die körperliche Grenze und teilweise darüber hinausgeht. Neben Kraft und Ausdauer stehen auch Technikübungen mit Ball!! im heimischen Wohn- oder Jugendzimmer auf dem Programm. Dass dabei schon einige technische Grundlagen gelegt sein müssen, dürfte mit Blick auf die porzellanbestückte Glasvitrine klar sein.
„Die Jungs sind extrem motiviert und ziehen die Übungen kontinuierlich und sauber durch. Wir sind superstolz auf unsere Truppe, die Beteiligung liegt immer bei mindestens 80 Prozent und der Teamgeist ist nochmal gefestigt worden. Wir freuen uns schon mächtig darauf, wenn es endlich wieder richtig losgeht und wir topmotiviert durchstarten können“, so Lauras Einschätzung.